Deutsche Blütensekt Manufaktur
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(Foto: wita/Uwe Stotz )

Ein Sekt aus frischen Blüten
Wiesbadener Tagblatt vom 24.08.05 - Regionalnachrichten
Die exklusiven Produkte von Anja Quäschning gibt´s jetzt auch auf dem Wiesbadener Wochenmarkt
                                                               Bericht von Anja Baumgart-Pietsch
WIESBADEN "Deutsche Blütensekt-Manufaktur" - hier in Wiesbaden, am Kirschenpfad im Wellritztal? Das klingt wie ein traditionsreiches Unternehmen. Aber noch gar nicht so lange besteht dieser kleine Betrieb der Biologin Dr.Anja Quäschning. Die hatte vor einigen Jahren die originelle Idee, Holunderblüten zu Sekt zu verarbeiten. Ihre Mitarbeiterin Sandra Meissner verkauft auf dem Wochenmarkt, an der Rathaus-Rückseite mit Blickrichtung zur Marktkirche, neuerdings jeden Samstag die Produkte, mittlerweile ist es eine ganze Palette von Blüten-Spezialitäten geworden.
Der Blütensekt, genauer Name "Fleur pétillante", ist ein exklusives Getränk, weltweit einzigartig, denn er ist tatsächlich nur aus den Blüten hergestellt, ohne Trauben. Was man sonst so als "Holundersekt" angeboten bekäme, sagt Sandra Meissner, sei Sekt mit Sirup aufgegossen, was sehr süß schmecke. Ihr Getränk sei jedoch "brut", also herb wie Champagner und liegt auch in dessen Preisklasse.
Mit dem zugegebenermaßen sehr teuren Fleur pétillante wird auf dem Markt aber nicht der Haupt-Umsatz gemacht. Es gibt hier verschiedene edle Blüten-Sirupe in kleinen Flaschen, hergestellt aus Baumblüten wie Akazie, japanischer Kirsche, Kastanie oder auch Blumen wie Lavendel, Rosen und Wicken. Das schmeckt, gemischt mit Mineralwasser oder Prosecco, ganz apart und bietet völlig neue Geschmackserlebnisse, wie man sich direkt am Stand überzeugen kann.
"Es ist sehr aufwendig, die Blüten zu ernten und zu verarbeiten", sagt Sandra Meissner. Daher haben diese Produkte auch ihren Preis. Dafür sind sie aber mit dem Bio-Siegel zertifiziert, schön verpackt und halten sich auch eine Weile im Kühlschrank.
Man kann sie alle - bis auf den Sekt - bei Sandra Meissner probieren. Zu haben sind sie auch in diversen Hofläden und auf der Domäne Mechtildshausen.
"Die Blüten stammen alle aus der näheren Umgebung", sagt die junge Verkäuferin. Sie werden von Hand gepflückt, verlesen und mit reinem Quellwasser zu Auszügen verarbeitet. Nicht nur in der Direktvermarktung am Marktstand und übrigens auch eine Etage tiefer im Marktkeller, sondern gerade in der gehobenen Gastronomie haben sich die Blütenprodukte bereits guten Ruf erworben. Top-Restaurants wie die "Ente", Schloss Reinhartshausen oder das Parkhotel in Schlangenbad verwenden Anja Quäschnings Rezepturen. Zum Sirup kommen noch einige Sorten Frucht-Blüten-Gelee, ein feines Johanniskraut-Öl zum Einreiben und eine Blüten-Gewürzmischung.
Sandra Meissner verkauft am Stand auf dem Dernschen Gelände die Produkte der "Deutschen Blütensekt-Manufaktur" an, die im Wellritztal ihren Sitz hat.