Eine Flasche Blütensekt für 79 Euro
Die exklusiven Produkte von Anja Quäschning gibt's jetzt auch auf dem
Wiesbadener Wochenmarkt
WIESBADEN ,,Deutsche Blütensekt-Manufaktur" – hier in Wiesbaden,
am Kirschenpfad im Wellritztal? Das klingt wie ein traditionsreiches Unternehmen.
Aber noch garnicht so lange besteht dieser kleine Betrieb der Biologin Dr. Ania
Quäschning. Die hatte vor einigen Jahren die originelle
Idee, Holunderblüten zu Sekt zu verarbeiten. Ihre Mitarbeiterin Hatice
Demir verkauft auf dem Wochenmarkt, an der Rathaus-Rückseite mit Blickrichtung
zur Marktkirche, neuerdings jeden Samstag die Produkte, mittlerweile ist es
eine ganze Palette von Blüten-Spezialitäten geworden. Der Blütensekt,
genauer Name ,,Fleur pétillante", ist ein exklusives Getränk,
weltweit einzigartig, denn er ist tatsächlich nur aus den Blüten
hergestellt, ohne Trauben. Was man sonst so als ,,Holundersekt"angeboten
bekäme, sagt
Hatice Demir, sei Sekt mit Sirup aufgegossen, was sehr süß schmecke.
Ihr Getränk sei jedoch ,,brut", also herb wie Champagner – und
kostet 79 Euro. Mit dem zugegebenermaßen sehr teuren Fleur pétillante
wird auf dem Markt aber nicht der Haupt-Umsatz gemacht. Es gibt hier verschiedene
edle Blüten-Sirupe
in kleinen Flaschen, hergestellt aus Baumblüten wie Akazie, japanischer
Kirsche, Kastanie oder auch Blumen wie Lavendel, Rosen und Wicken. Das schmeckt,
gemischt mit Mineralwasser oder Prosecco, ganz apart und bietet völlig
neue Geschmackerlebnisse, wie man sich direkt am Stand überzeugen kann.
,,Es ist sehr aufwendig, die Blüten
zu emten und zu verarbeiten", sagt Hatice Demir. Daher haben diese
Produkte auch ihren Preis. Dafür sind sie aber mit dem Bio-Siegel zertifiziert,
schön
verpackt und halten sich auch eine Weile im Kühlschrank.
Man kann sie alle – bis auf den Sekt – bei Hatice Demir probieren.
Zu haben sind sie auch
in diversen Hofläden und auf der Domäne Mechtildshausen. Die Blüten
stammen alle aus der näheren Umgebung", sagt die junge Verkäuferin.
Sie werden von Hand gepflückt, verlesen und mit reinem Quellwasser
zu Auszügen verarbeitet. Nicht nur in der Direktvermarktung am Marktstand
und übrigends auch eine Etage tiefer im Marktkeller, sondern gerade
in der gehobenen Gastronomie haben sich die Blütenprodukte bereits guten
Ruf erworben. Top-Restaurants wie die,,Ente", Schloss Reinhartshausen
oder das Parkhotel in Schlangenbad verwenden Anja Quäschnings Rezepturen.
Zum Sirup kommen noch einige Sorten Frucht-Blüten-Gelee, ein feines
Johanniskraut-Öl
zum Einreiben und eine Blüten-Gewürzmischung.
Foto: Hatice Demir verkauft am Stand auf dem Dernschen Gelände die Produkte
der
"Deutschen Blütensekt Manufaktur", die im Wellritztal ihren Sitz
hat
Autorin: Anja Baumgart-Pietsch
Quelle: Wiesbadener Tagblatt, 2005, Nr. 196
Veröffentlicht auf
www.bluetensekt.de