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Die Blütenkönigin
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Die Blütenkönigin

WIESBADENER KÖPFE: Die Blütenkönigin

Blüten sind mehr als ihr Job: Sie sind ihre Leidenschaft, ihr Lebensinhalt. Aus ihnen produziert die Wiesbadenerin erfolgreich Produkte für den Feinschmecker. „Mein Holunderblüten-Sirup gilt als der beste, den es auf dem Markt gibt", freut sich Anja Quäschning. Beim Gründerpreis des Landes Hessen gewann sie jetzt in der Kategorie „Intelligente Geschäftsidee" den ersten Preis.

Die Idee zur Produktion hat die Biologin von ihrer Großmutter: Die verwöhnte ihre Enkelkinder regelmäßig mit eben solch einem Getränk. Allerdings verstarb sie früh und hinterließ kein Rezept.

Fünf Jahre lang recherchierte Anja Quäschning nach Rezepten, probierte sie aus und variierte, bis das heutige Produkt dabei heraus kam. "Endlich hatte ich genau den Geschmack gefunden, den ich von den Kindheitstagen in Erinnerung hatte", erinnert sie sich. Knapp 15 Jahre produzierte sie den Holunderblüten-Sirup für den Eigengebrauch. Eine Marktidee habe damals nicht dahinter gestanden, versichert sie. Zu den Holunderblüten kamen mit der Zeit Akazienblüten. Quäschning begann zu experimentieren.

Ausschließlich frische Blüten aus Landschaftsschutzgebieten der Umgebung verarbeitet die 35-Jährige. Sie pflückt sie zum Beispiel auf der Maaraue oder am Maindamm. Auch auf das hochwertige Quellwasser, das sie zur Verarbeitung nimmt, legt die Biologin großen Wert. Für die Produktion der verschiedenen Sirup-Sorten hat sie ein Verfahren entwickelt, das ohne Erhitzen und Pressen auskommt. Zu ihrem Repertoire gehören heute nahezu 30 verschiedene Sorten, zu den exotischsten gehört zum Beispiel der Mohnblütensirup.

Hinter den kleinen hübschen Flaschen mit den farbigen Flüssigkeiten verbirgt sich jede Menge Arbeit: „Ich mache alles selbst", erzählt Quäschning stolz. „Ich pflücke, produziere, fülle den Sirup ab und klebe die selbst gestalteten Etiketten drauf." Bis zu 16 Stunden arbeitet Quäschning im Sommer. Selbst im Winter sind es zehn bis zwölf Stunden. An beiden Armen leidet sie unter der chronischen Sehnenscheiden-Entzündung. „So geht das nicht weiter", räumt sie ein, "für die nächste Blütenernte brauche ich auf jeden Fall einen Erntehelfer."

Auch ihrem Privatleben käme das zu Gute. "Wenn ich keinen Freund hätte, könnte ich zurzeit auch keinen kennen lernen. Es sei denn, es wäre ein Koch", sagt sie mit einem Lachen. Quäschning vermarktet ihre Produkte auch selbst. Selbstbewusst fragt sie sich zu den ganz großen Spitzenköchen durch und stellt dort ihr Angebot vor. „Die Resonanz ist überraschend positiv", freut sie sich.

Quäschnings Lebensgefährte zählt sich zu den begeisterten Konsumenten des Blütensirups. "Bei Spaziergängen robben wir oft gemeinsam über irgendwelche Wiesen und schnuppern an den verschiedenen Blüten. Mein Freund hat immer tolle Ideen", erzählt sie.

Gebürtig kommt Anja Quäschning aus der Bonner Region. Das Studium verschlug sie nach Mainz, dort promovierte die Biologin. In Wiesbaden lebt die 35-Jährige seit elf Jahren. Im vergangenen Jahr begann sie, den Blütensirup professionell herzustellen. Quäschnings Spitzen-Produkt ist im Übrigen kein Sirup, sondern der Holunderblütensekt. Nach dem hat sie auch ihr Unternehmen, die „Deutsche Blütensekt Manufaktur" benannt.

Von der Auszeichnung des Hessischen Gründerpreises erhofft sie sich, dass Umsatz und ihr Bekanntheitsgrad steigen. „Ich kann zwar inzwischen von dem Geschäft mit meinen Produkten leben, aber auch nur, weil ich mich stark einschränke", sagt sie.

Wenn das Geschäft mal irgendwann richtig läuft, möchte Quäschning auf große Reise gehen und Blüten suchen, die noch niemand vor ihr verarbeitet hat. „Kaffee- oder Zimtblüten kann ich mir sehr gut für die Sirup-Produktion vorstellen", sagt sie. „Aber es gibt noch so viele verschiedene Blüten, da kann ich noch eine Menge experimentieren."

DIE PRODUKTE von Anja Quäschning gibt es auf dem Wiesbadener Wochenmarkt zu kaufen. www.bluetensekt.de

Bild: Anja Quäschning hat beim Gründerpreis des Landes Hessen für ihre „Deutsche Blütensekt Manufaktur" den ersten Preis in der Kategorie „Intelligente Geschäftsidee" erhalten.



Quelle: Frankfurter Rundschau, Unabhängige Tageszeitung, Ausgabe Mittwoch, 16. November 2005, Nr. 267, Seite 38, Rubrik: Wiesbadener Köpfe
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